Modulname |
Wahrheitsproduktion in der Vormoderne |
Gebiet |
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Profil |
Profil Freie Studien
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CPs |
5 CP |
Campus |
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Voraussetzungen |
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Besonderheiten |
TN-Plätze 8/24 Termin 1. Sitzung Ringvorlesung: 16. April 2025, 10-12 Uhr, HGB 20 Seminar: 8. April 2025, 14-16 Uhr, voraussichtlich Gebäude GD, Raum 03/218 Anmeldung Um die Anmeldung für alle Beteiligten transparenter zu gestalten, werden jeweils die drei Wochen vor dem offiziellen Vorlesungsbeginn sowie die ersten beiden Vorlesungswochen eines jeden Semesters als „Zeitfenster“ genutzt (=2 Wochen Anmeldung, 1 Woche verlängerte Abmeldung, 2 Wochen Nachmeldungen/ Restplatzverteilung) Bitte beachten Sie: Eine Abmeldung während des Semesters ist immer über den/die DozentInnen möglich. Studierenden, die im Laufe des Semesters nicht länger das Modul besuchen (resp. die Fehlzeiten überschritten haben), muss in VSPL ein „nicht bestanden“ eingetragen werden. Zusammensetzung der Endnote Ringvorlesung: digitale Abschlussklausur (open-book-Klausur) für die Teilnahme CPs (ohne Benotung) Seminar: Präsentation inkl. Handout (ohne Benotung) Prüfungstermin Abschlussklausur der Ringvorlesung: 16. Juli 2025, 10-11 Uhr, HGB 20 |
Blockseminar |
Nein |
Vorkenntnisse |
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Veranstaltungszeit |
Mittwoch 10:00 - 12:00 |
Dozenten |
Roger Friedlein |
Arbeitsaufwand |
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Literatur |
Vorbereitungslektüre für die Ringvorlesung: Bubert, Marcel (2021): Fakten, maßgeschneidert? Unsicherheit und die Herstellung von Evidenz in Deutungskonflikten des späten Mittelalters, in: Frühmittelalterliche Studien 55, 219-254.[https://doi.org/10.1515/fmst-2021-0009] Schatzki, Theodore R. (2010): Materiality and Social Life, in: Nature and Culture 5:2, 123-149. [https://doi.org/10.3167/nc.2010.050202] Vorbereitungslektüre für das Seminar: Camassa, Giorgio: “Verschriftung und Veränderung der Gesetze.” In: Rechtskodifizierung und soziale Normen im interkulturellen Vergleich, ed. Hans-Joachim Gehrke (Tübingen: Narr, 1994), 97–111. Esders, Stefan / Scharff, Thomas (eds.): Eid und Wahrheitssuche. Studien zu rechtlichen Befragungspraktiken in Mittelalter und früher Neuzeit (Frankfurt a. M.: Lang 1999) Gehrke, Hans-Joachim: “Der Nomosbegriff der Polis.” In: Nomos und Gesetz. Ursprünge und Wirken des griechischen Gesetzdenkens, eds. Okko Behrends / Wolfgang Sellert (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1995), 13–35. Vandermeersch, Léon: “An Enquiry into the Chinese Conception of the Law.” In: The Scope of State Power in China, ed. Stuart A. Schram (New York: St. Martin’s, 1985), 3–25. |
Modulteil |
[050431] Wahrheitspraktiken der Vormoderne - SS 2025 |
Modultyp |
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Modulanbieter |
Fakultät für Philologie |
Inhalt |
Teil 1: Ringvorlesung „Wahrheitspraktiken der Vormoderne“, Sommersemester 2025, HGB 20, Mi 10-12 (Dozent:innen: Roger Friedlein / Christian Schwermann) Teil 2: Seminar: „ Recht und Wahrheit in China und Europa“, Sommersemester 2025, voraussichtlich Gebäude GD, Raum 03/218, Di 14-16 (ab 8.4.25) (Dozent:innen: Katharina Mersch / Christian Schwermann) Das Modul thematisiert Wahrheitsproduktion und Wahrheitsdurchsetzung zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert. Damit ist ein Beobachtungszeitraum gewählt, der in besonderer Weise von Medienwandel, politisch-sozialer Dynamik, religiösen Konflikten und der Entstehung konkurrierender Wissensgemeinschaften bestimmt ist. Während die Ringvorlesung die Fragestellung theoretisch und methodisch diskutiert, fokussiert das Seminar, das vergleichend auf Latein-Europa und China blickt, auf den näheren Zusammenhang zwischen Rechtsprechung und Wahrheitsproduktion. Inhaltliche Beschreibung Ringvorlesung: Die Ringvorlesung thematisiert im Durchgang durch unterschiedliche historische Fachgebiete, Kulturgeschichten und Philologien Wahrheitsproduktion und -durchsetzung in der Vormoderne (konkret 1300–1700) und diskutiert unterschiedliche Wahrheitskonzepte sowie verschiedene methodische Ansätze zur Erforschung von Wahrheitsproduktion. Die Einzelvorträge zielen dabei auf die Frage, wie annehmbar gemacht und durchgesetzt wird, was als wahr gelten und was mithin Sprechen, Denken, Handeln und Entscheiden anleiten soll. Die weiter gefasste Frage nach den Dynamiken des Wissens, nach verschiedenen Wissensgemeinschaften und -kulturen ist damit zugespitzt auf Praktiken der Wahrheitsbehauptung und auf Prozesse der Wahrheitsdurchsetzung. Ihre Erforschung wird u.a. aus historischer, literaturwissenschaftlicher, kunstgeschichtlicher, medienhistorischer, wissensgeschichtlicher und praxeologischer Perspektive diskutiert. Inhaltliche Beschreibung Seminar : Das Seminar behandelt den Komplex von Praktiken der Rechtsprechung, Wahrheitskonstruktion und Wahrheitsdurchsetzung aus komparatistischer Perspektive am Beispiel des vormodernen China und Europa. Zunächst gilt es, zu klären, ob und inwieweit sich die Rechts- und Wahrheitsbegriffe des chinesischen und europäischen Rechtsdenkens voneinander unterscheiden. Wichtige Kriterien dabei sind etwa der Grad, in dem Recht als Herrschaftsinstrument konzipiert und eingesetzt wurde, oder die Frage, inwieweit es um Wahrheit weniger im Sinne der Fakten einer äußeren Realität als vielmehr nach Maßgabe bestimmter Normen und Ordnungsvorstellungen ging. Sodann wollen wir uns anhand ausgewählter Beispiele damit beschäftigen, wie Wahrheit in der Handhabung des Rechts jeweils erzeugt und durchgesetzt wurde, und entsprechende chinesische und europäische Praktiken miteinander vergleichen. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft, klassische chinesische und lateinische Quellen zu übersetzen bzw. in Übersetzung zu lesen und zu analysieren, Sekundärliteratur in deutscher und englischer Sprache zu lesen sowie ein Referat zu halten. |
Lernziele |
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