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Teil 1: VL: Einführung in die Sprachphilosophie, SS 2025 Teil 2: HS: Was sind Metaphern?, SS 2025 Zusammenfassende Beschreibung über den Inhalt des Moduls: Ein Merkmal, das den Menschen von anderen Tieren zu unterscheiden scheint, ist seine Sprache. Die durch sie ermöglichten Ausdrucksfähigkeit bildet für viele Forscher:innen die Grundvoraussetzung für die Entwicklung von (menschlicher) Kultur und Wissenschaft. Ohne die Strukturierung durch Sprache sind unser Denken und das daraus resultierende Handeln nur schwer vorstellbar. In diesem Modul soll das faszinierende Thema der menschlichen Sprache genauer betrachtet werden. Neben einer allgemeinen Einführung in die Grundthemen der Sprachphilosophie wird mit der Metapher auch ein besonders intensiv diskutiertes Phänomen menschlichen Sprechens und Denkens in den Blick genommen. Metaphern sind gemäß der allermeisten Autor:innen nicht bloß als Verzierungen anzusehen, sondern bilden Grundbausteine unserer Kommunikation. Es liegt deswegen auf der Hand, dass ein angemessenes Verständnis von Metaphern auch dazu beitragen kann, die Funktionsweisen menschlichen Sprechens und Denkens im Allgemeinen besser zu erfassen. Inhaltliche Beschreibung Teil 1: Durch den Ausstoß von Schallwellen oder das Malen von Strichen und Kreisen teilen Menschen einander komplexe Informationen mit. Je länger man über diese scheinbar selbstverständliche Tatsache nachdenkt, umso erstaunlicher und rätselhafter wird sie. Wie bekommen Zeichen Bedeutung? Wie funktioniert Verstehen? Wie übersetzen? Wie und warum ist Sprache entstanden? Wie erlernen wir neue Sprachen? Könnten wir uns auch mit Außerirdischen unterhalten? Wie kommt es, dass ein Name sich auf eine ganz bestimmte Person oder ein ganz bestimmtes Objekt bezieht, und nicht auf etwas anderes? Was ist Wahrheit, was ist Lüge, was literarische Fiktion? Welche Funktionen erfüllt Sprache noch, abgesehen von der Mitteilung von Sachverhalten? Wir werden auch darüber nachdenken, was sprachphilosophische Einsichten für den verantwortungsvollen Umgang mit Medien, für Politik (z. B. das bessere Verstehen Andersdenkender; Identifikation von Bullshit und Propaganda; Verunglimpfungen; gendergerechte Sprache) und für Religion (z.B. Exegese, religiöse Sprechakte wie das Gebet, Gottesnamen) austragen. Inhaltliche Beschreibung Teil 2 : Metaphern sind in unsere Verwendung von Sprache allgegenwärtig. Es ist bei genauer Betrachtung aber alles andere als klar, wie genau Metaphern funktionieren. Wir weichen hier signifikant von den Standardinterpretationen der jeweiligen Ausdrücke ab, können aber dennoch erfolgreich mit unseren Gesprächspartner:innen kommunizieren. Dies wirft z.B. folgende Fragen auf: Wie erkennt man, dass eine metaphorische Deutung eines Ausdrucks nötig ist? Sind Metaphern genuin sprachliche Phänomene oder gibt es auch nicht-sprachliche Metaphern? Welche Mechanismen sind involviert, wenn man eine Metapher interpretiert? Ist es möglich, Metaphern zu paraphrasieren? Wie kommt die bildliche Dimension zustande, die Metaphern vermitteln? Wie ist das Verhältnis von Metaphern zu anderen Stilmitteln zu beschreiben? Klassischerweise wurde versucht, solche Fragen mit dem Verweis darauf zu beantworten, dass Metaphern als verkürzte Formen von Vergleichen zu verstehen sind. Diese sogenannte Vergleichstheorie hat aber vor allem im 20. Jh. viel Kritik erfahren. Mittlerweile gibt es neben der zum Teil in gewandelter Form weiterhin vertretenen Vergleichstheorie zahlreiche weitere Ansätze. In diesem Kurs werden wir besonders einflussreiche Ansätze in der Metapherntheorie anhand ausgewählter Texte gemeinsam erarbeiten und diskutieren. Es wird sich zeigen, dass ein Verständnis von Metaphern einen wesentlichen Beitrag für ein angemessenes Verständnis menschlicher Sprache und Kommunikation sowie von menschlichem Denken und Erkennen im Allgemeinen liefern kann. |