Modul: Demokratie, (Wissenschafts-)Freiheit und Menschenrechte - Entwicklungen und, Herausforderungen seit 1945

Modulname Demokratie, (Wissenschafts-)Freiheit und Menschenrechte - Entwicklungen und, Herausforderungen seit 1945
Gebiet
Profil Profil Freie Studien Profil Praxis Profil International Profil Wissensvermittlung
CPs 5 CP
Campus Hier geht es zum Vorlesungsverzeichnis
Voraussetzungen Das Modul eignet sich für interessierte Studierende in jedem Studienjahr der Bachelor- und Masterphase.
Besonderheiten TN-Plätze: Vorlesung für Optionalbereich: 30 / Seminar (Optionalbereich, ECUE): 30 Termin 1. Sitzung: Siehe Lehrveranstaltungen Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über das Modul in e-campus Zusammensetzung der Endnote: Teil 1: Teilnahme (ohne Note) / Teil 2: 50% aktive Teilnahme und 50% Projektarbeit Prüfungstermin: Keiner
Blockseminar Nein
Vorkenntnisse
Veranstaltungszeit Freitag 10:00 - 12:00, Montag 12:00 - 14:00
Dozenten Markus Koller, Jan de Graaf
Arbeitsaufwand Teil 1: Teilnahme Teil 2: Regelmäßige und aktive Teilnahme sowie Projektarbeit.
Literatur ° Conway, M. (2020) Western Europe's Democratic Age. Princeton ° Karran, T. (2009). Academic freedom: in justification of a universal ideal. Studies in Higher Education, 34, 263 - 283. ° Morina, Ch. (2023) Tausend Aufbrüche: Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er-Jahren, Berlin. °Quinn, R. & Levine, J. (2014) Intellectual-HRDs and claims for academic freedom under human rights law, The International Journal of Human Rights, 18:7-8, 898-920.
Modulteil [040307] Academic Freedom Under Pressure: Human Rights Advocacy for Scholars at Risk - SS 2026, [040017] V: The Cold War in Europe - SS 2026
Modultyp
Modulanbieter Fakultät für Geschichtswissenschaften, Fakultät für Geschichtswissenschaften, I. Historisches Institut
Inhalt Das Modul zeichnet die Entwicklung der europäischen Staatenwelt und politischen bzw. gesellschaftlichen Ordnungssystemen nach 1945 nach. Es thematisiert die damit verbundenen Herausforderungen für die Freiheit und die Grenzen der Wissenschaft in Europa und weltweit und vermittelt einen Überblick über methodische und theoretische Forschungsansätze, die Demokratie, Menschenrechte und Wissenschaftsfreiheit bzw. wissenschaftliche Verantwortung miteinander verbinden. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit Konzepten und Maßnahmen im Bereich von Academic Solidarity und Human Rights Advocacy, die auf die Stärkung und Unterstützung von Studierenden und Forschenden abzielen, die weltweit von politischer Verfolgung, unrechtmäßiger Inhaftierung oder erzwungenem Exil betroffen sind, wobei insbesondere Machtasymmetrien und globale Verantwortlichkeiten reflektiert werden. Das Modul besteht aus zwei Komponenten: Teil 1: Vorlesung: The Cold War in Europe, Termin und Ort vgl. Lehrveranstaltung Teil 2: (Block)Seminar: Academic Freedom Under Pressure: Human Rights Advocacy for Scholars at Risk (Englisch), Termin und Ort vgl. Lehrveranstaltung In der Vorlesung The Cold War in Europe wird untersucht, wie der Kalte Krieg Europa teilte und wiedervereinte. Es wird gezeigt, dass europäische Akteur:innen und Gesellschaften – die in vergangenen (und teilweise auch gegenwärtigen) Betrachtungen der Kalten-Krieg-Politik oft als Bauernopfer oder passive Empfänger supermachtlicher Politik betrachtet wurden – vier Jahrzehnte geopolitischer und ideologischer Konfrontation aktiv mitgestaltet haben. Dazu betrachtet die Vorlesung den Kalten Krieg nicht nur aus diplomatie- und politikhistorischer Perspektive, sondern auch auf kultureller und alltäglicher Ebene. Wo und wann konnten europäische Eliten, Wähler:innen und Bewegungen den Verlauf der Weltpolitik verändern? Welche Auswirkungen hatte der Kalte Krieg auf das tägliche Leben in Ost- und Westeuropa? Wie erlebten, verarbeiteten und trugen gewöhnliche Europäer:innen tatsächlich zur Entstehung und Auflösung eines geteilten Kontinents bei? Welche nachhaltigen Spuren prägen bis heute unser Verständnis von „Ost-“ und „Westeuropa“? Bei der Beantwortung dieser Fragen widmet sich die Vorlesung den konkurrierenden Vorstellungen von Demokratie, Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit, die die Wurzeln vieler heutiger Kontroversen in Europa bilden. Das Blockseminar „Academic Freedom Under Pressure: Human Rights Advocacy for Scholars at Risk“ geht davon aus, dass die akademische Freiheit in vielen Teilen der Welt akut bedroht ist, insbesondere im Kontext zunehmenden Nationalismus, Autoritarismus und der Erosion liberaler Demokratien. Dies zeigt sich in zahlreichen gut dokumentierten Beispielen von Forschenden und akademischen Institutionen, die aus Furcht vor staatlicher Repression in Forschung, Lehre und gesellschaftlichem Engagement betroffen sind. Das Seminar gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil werden die Konzepte und Diskurse akademischer Freiheit, akademischer Verantwortung sowie von Academic/Human Rights Advocay in globaler Perspektive kritisch reflektiert. Im zweiten Teil entwickeln und setzen die Teilnehmenden eine eigene Menschenrechtskampagne für eine zu Unrecht inhaftierte oder zwangsexilierte Wissenschaftlerin bzw. einen Wissenschaftler bzw zur Förderung der WIssenschaftsfreiheit um. Dabei besteht die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Studierenden der Erasmus University Rotterdam sowie Studierenden weiterer Scholars-at-Risk-Advocacy-Seminare in ganz Europa. Das Seminar wird auf Englisch angeboten und in Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (USA) sowie mit im Exil befindlichen Wissenschaftler:innen, die derzeit an der Ruhr-Universität Bochum forschen, durchgeführt. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Studierenden außerdem ein Zertifikat des Scholars at Risk Network (SAR). Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den/die jeweilige(n) Dozenten/Dozentin. Die Lehrveranstaltungen sind unter der Überschrift "Veranstaltungen" zu finden.
Lernziele Am Ende des Moduls werden die Studierenden in der Lage sein: Theoretisches-Methodisches Wissen · Vertiefte Kenntnisse über die Entwicklung der europäischen Staatenwelt sowie der politischen und gesellschaftlichen Ordnungssysteme nach 1945, sowie methodischer und theoretischer Ansätze, die Demokratie, akademische Freiheit und globale gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden. · Zentrale Konzepte von Wissenschaftsfreiheit, Wissenschaftsverantwortung und Academic/Human Rights Advocacy in globaler Perspektive bzw. Kontext zu erklären und kritisch zu bewerten. · Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen – wie erstärkender Nationalismus, Autoritarismus und Rückgang liberaler Demokratien – zu analysieren, die weltweit Wissenschaftler:innen und akademische Institutionen bedrohen. Analytische Fähigkeiten · Dokumentierte Fälle von (staatlichen) Repressionen gegen Studierende und Forschende zu interpretieren, zu bewerten und deren Auswirkungen auf Hochschulbildung und globale Wissensproduktion einzuschätzen. · Internationale Menschenrechtsrahmenwerke sowie globale Machtasymmetrien zu untersuchen, die den Zugang zu akademischer Freiheit und Schutzmechanismen beeinflussen. Advocacy und Zusammenarbeit · Eine gezielte Menschenrechtskampagne für eine zu Unrecht inhaftierte oder zwangsexilierte:n Wissenschaftler:in zu entwickeln und umzusetzen. · Effektiv in internationalen und interkulturellen Teams zusammenzuarbeiten, einschließlich mit Studierenden von Partneruniversitäten und Teilnehmenden anderer Scholars-at-Risk-Advocacy-Seminare in Europa. · Ergebnisse der Advocacy-Arbeit klar und überzeugend an unterschiedliche Zielgruppen und in Englischer Sprache zu kommunizieren. Ethische und reflexive Kompetenzen · Kritisch über ethische Verantwortung in Kontexten politischer Repression, globaler Ungleichheit und Wissensungerechtigkeit zu reflektieren. · Dekoloniale Perspektiven anzuwenden und Positionalität, Machtverhältnisse und ethische Implikationen in der Advocacy-Arbeit zu berücksichtigen.