| Inhalt |
Das „Vertiefungsmodul Diversität und Gender“ ist das dritte Modul des „Zertifikats Diversität und Gender“. Das Zertifikat ist ein gemeinsames Angebot der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), bestehend aus der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen. Die Inhalte des Zertifikats sind interdisziplinär, diskriminierungskritisch, praxisorientiert und hochschulübergreifend, fördern eine reflektierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und stärken das Verständnis für demokratische, gleichstellungsorientierte und inklusive Bildungs- und Arbeitskontexte (https://einrichtungen.ruhr-uni-bochum.de/de/zertifikat-diversitaet-und-gender). Im „Vertiefungsmodul Diversität und Gender“ stehen zahlreiche Angebote zur Verfügung, die vorhandene Kenntnisse und Kompetenzen vertiefen und es ermöglichen, eigene Schwerpunkte zu setzen und Theorie und Praxis noch besser miteinander zu verbinden. Studierende wählen aus dem interdisziplinären Veranstaltungsportfolio, das in drei Themenfelder gegliedert ist, zwei Veranstaltungen aus zwei unterschiedlichen Themenfeldern. Die Liste mit den wählbaren Veranstaltungen in diesem Modul wird zeitnah in diesem Modul abrufbar sein. a) Theorien, Politiken, Strukturen der Ungleichheit Dieses Themenfeld umfasst Veranstaltungen, die sich mit theoretischen, historischen und politischen Analysen gesellschaftlicher Macht-, Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnisse befassen. Dazu gehören Konzepte und Theorien aus den Gender- und Queer Studies, den kritischen Rassismus-, Behinderungs- und Klassenforschungen, den post- und dekolonialen Studien, der Postmigrationsforschung sowie weiteren kritischen Ansätzen der Ungleichheitsforschung. Im Zentrum stehen strukturelle, institutionelle und epistemische Mechanismen, durch die soziale Differenzen hergestellt, stabilisiert oder infrage gestellt werden. Relevante Lehrangebote thematisieren die Verflechtung von Macht, Politik und Wissen in historischen und gegenwärtigen Kontexten sowie die gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse von Diskriminierung, Ausschluss und Privilegierung. b) Repräsentation / Produktion von Differenz Dieses Themenfeld beinhaltet Veranstaltungen, die untersuchen, wie gesellschaftliche Differenzen dargestellt, kommuniziert und symbolisch hergestellt werden, u.a. entlang von Geschlecht, „Race“, Klasse, Behinderung, Sexualität, Religion oder Herkunft. Im Fokus stehen kulturelle, mediale, sprachliche und wissenschaftliche Praktiken, durch die Zugehörigkeit, Normalität oder Abweichung markiert werden. Veranstaltungen aus diesem Feld befassen sich mit Formen der Wissensproduktion und Repräsentation sowie mit den Normen, die diese Prozesse prägen. Sie analysieren, wie gesellschaftliche Vorstellungen von Zugehörigkeit und Differenz in Kunst, Medien, Sprache und Forschung hergestellt, stabilisiert oder infrage gestellt werden. c) Erfahrungsräume / Positionierungen / widerständiges Wissen Dieses Themenfeld umfasst Veranstaltungen, die sich mit Erfahrungswissen, subjektiven Perspektiven und kollektiven Praktiken des Widerstands gegenüber Ungleichheits- und Diskriminierungsverhältnissen befassen. Im Mittelpunkt stehen Positionierungen und die Erkenntnis, dass Wissen immer in gesellschaftlichen Kontexten, Machtverhältnissen und sozialen Erfahrungen verankert ist. Lehrangebote in diesem Bereich reflektieren Prozesse der Selbst- und Fremdpositionierung, erkunden Formen von Empowerment und Solidarität und machen marginalisierte Wissensformen sichtbar. Sie stärken die Fähigkeit, dominante Wissensordnungen zu hinterfragen und alternative epistemische Perspektiven zu entwickeln. |
| Lernziele |
Ziel ist es, verschiedene thematische und methodische Perspektiven auf Diversitätsfragen zu ermöglichen und folgende Kompetenzen zu erwerben: • die Vertiefung der theoretischen Kenntnisse zu Diversität, Gender und Intersektionalität und Erweiterung der Fähigkeit, gesellschaftliche Macht- und Ungleichverhältnisse analytisch zu erfassen und einzuordnen, • die Reflexionskompetenz in Bezug auf strukturelle Diskriminierung und soziale Ungleichheit weiter auszubauen und die Positionierung im Spannungsfeld von Theorie, Praxis und institutionellen Rahmenbedingungen zu schärfen, • die Fähigkeit zu stärken, sich begründet in wissenschaftliche Debatten im Feld von Gender- und Diversitätsforschung einzubringen, • Einblicke in Forschungsfelder zu gewinnen, in denen machtkritische, intersektionale Theorien zur Anwendung kommen, und ein Verständnis für deren wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz zu entwickeln, einschließlich der Fähigkeit, diese auf konkrete Fragestellungen zu beziehen. |