| Modulname | Die Grenzen aufzeigen: Sprache - Topographie - Erinnerungskultur |
|---|---|
| Gebiet | |
| Profil | Profil Freie Studien Profil Lehramt Profil International Profil Wissensvermittlung Profil Zukunft |
| CPs | 5 CP |
| Campus | Hier geht es zum Vorlesungsverzeichnis |
| Voraussetzungen | Offen für Studierende aller Fachbereiche (im Sinne des Ansatzes der Interdisziplinarität). Studierende des Historischen Instituts können das Modul auch bei Dr. Lutz Budrass als Lehrveranstaltung des Historischen Instituts belegen. |
| Besonderheiten | TN-Plätze: max 20 (18 + 2 Reserveplätze) Termin der ersten Sitzung: vsl. 17. April 2026, 13 Uhr, digital via zoom Anmeldung: per E-Mail an: idf@rub.de Bitte beachten Sie, dass die Vergabe der Plätze nach der Reihenfolge der Anmeldungen erfolgt. Die Plätze sind aufgrund der Projektfinanzierung begrenzt. Zusammensetzung der Endnote: Die Endnote ergibt sich aus der entsprechend gewichteten Note für den Modulteil 1 (50 %) und der Note für den Modulteil 2 (50 %). |
| Blockseminar | Ja |
| Vorkenntnisse | |
| Veranstaltungszeit | |
| Dozenten | Silke Flegel |
| Arbeitsaufwand | Das Modul entspricht einem Workload von 150 Stunden und 5 ECTS-CPs: ca. 60 Stunden Präsenzzeit (mehrere digitale Vorbesprechungen und Angebote digitaler Beratung in der Vorphase; vier Tage mit Blockseminar und Exkursion, halbtägige Nachbesprechung nach Exkursion und Fertigstellung der Ausarbeitungen), ca. 90 Stunden Selbstlernzeit (Lektüre von Material zur Vorbereitung des Blockseminars und der Exkursion sowie Erarbeitung eines Kurzreferats für das Blockseminar oder die Exkursion sowie schriftliche Ausarbeitung mit Einbeziehung von Ergebnissen im Rahmen der Exkursion sowie Nacharbeit Blockseminars. |
| Literatur | Es wird ab ca. März 2026 eine umfangreiche Literaturliste sowie eine kumulativ wachsende Materialsammlung bei Moodle bereitgestellt. Zur Vorbereitung sind nützlich: Christophe Duhamelle / Monika Báar (Hg.): Grenzregionen. Ein europäischer Vergleich vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main / New York 2007; Carlo Lejeune (Hg.): Grenzerfahrungen. Eine Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Sechs Bände. Eupen 2014-2023, vor allem Band 6 (2023); Antonia-Maria Sarantaki: Frontex and the Rising of a New Border Control Culture in Europe. London 2023. |
| Modulteil | [320005] Die Grenzen aufzeigen: Sprache - Topographie - Erinnerungskultur (Exkursionen und Abschluss) - SS 2026, [320004] Die Grenzen aufzeigen: Sprache - Topographie - Erinnerungskultur (Vorbereitung- und Blockttage) - SS 2026 |
| Modultyp | |
| Modulanbieter | Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen, Institut für Deutschlandforschung |
| Inhalt | Teil 1: Die Grenzen aufzeigen: Sprache – Topografie - Erinnerungskultur (Blockseminar), SoSe 2026, Termin Vorbesprechung: vsl 17.04.2026, 13 Uhr ,digital per zoom Termin Blockveranstaltung: vsl. 27. und 28. Juli 2026, jeweils ganztägig in Präsenz, GB 04/86 Teil 2: Exkursion in die Euregio Rhein-Maas (Exkursion), SoSe 2026, Termin Exkursion: vsl. 29. und 30. Juli 2026 Temin Nachbesprechung: vsl. Ende September 2026 (Termin wird mit den Studierenden festgelegt) Das Modul wird als interdisziplinäre RUB Summer School durchgeführt in Kooperation des Instituts für Deutschlandforschung (Dr. Silke Flegel / Dr. Frank Hoffmann) mit dem Historischen Institut (Dr. Lutz Budrass). Die Teilnahme an der Exkursion ist dank der Förderung für Studierende kostenfrei (Fahrt, Übernachtung, Frühstück). Staatliche und nationale Grenzen als Herausforderung im Alltag und als politisches Phänomen sind seit 2020 eine teils neue Erfahrung für die jüngere Generation. Hervorgerufen wurde das u. a. durch Grenzkontrollen infolge von Corona und Migrationspolitik, die an die Stelle der grenzenlosen Mobilität in Europa getreten sind. Zugleich erleben wir seit 2022 den Versuch, in der Ukraine, kulturideologisch verbrämt, Grenzen gewaltsam zu verschieben, Erinnerungen umzuprägen und historische Identitäten zu zerstören. Diese Erfahrungen, die unserer Zeit prägen wie wenige andere, nimmt die Summer School zum Ausgangspunkt der Erkundung einer Kulturregion mitten in der EU, die - scheinbar friedvoll und in Harmonie - durch Kriege und Grenzkonflikte markiert wurde. In Verbindung histo-rischer, politik-, kultur- und medienwissenschaftlicher Methoden und Zugriffe wird die Euregio Rhein-Maas als ein Modellfall grenzüberschreitender Befriedung auf Potenziale und latente Gefahren hin untersucht. Nach einem Blockseminar zeigt eine Zweitages-exkursion verborgene Grenzen, Konfliktorte des Sprachenstreits und der Erinnerungskultur sowie Belgiens Deutschsprachige Gemeinschaft als Modell der Grenzüberwindung. Die beiden Modulteile stehen in unmittelbarer Nähe, eingeleitet werden sie durch eine Phase der vorbereitenden Information und Lektüre (mit digitalem Begleitangebot) sowie einer Phase der Nachbereitung (Schriftliche Ausarbeitung, Nachbesprechung). An den Anfang stellen wir einige grundlegende Fragen, Befunde und Thesen: Wird die lange praktizierte „Schengen Culture“ der Freizügigkeit und durchlässigen Binnengrenzen, so lautet die Interpretation von Sarantaki (2023), künftig von einer „Warsaw Culture“ des EU-Grenzregimes verdrängt, benannt nach dem Sitz der Grenzagentur Frontex? Diese These unterstreicht Aktualität und Relevanz des Themas, weit über seine polizei- oder zuwanderungsrechtliche Bedeutung und den für unsere Studien ausgewählten Mikrokosmos in Ostbelgien und Limburg hinaus. Denn der Umgang mit Grenzen ist, dies eine weitere Diskussionsthese, wesentlich ein Kulturphänomen. Äußerlich können Grenzen vielleicht an Sprachen oder topografischen Phänomenen erkennbar sein, aber oft sind diese heute eher verdeckt oder erst auf den zweiten Blick erkennbar. In den Mittelpunkt der Arbeit stellen wir fünf thematische Zugriffe, die jeweils von Mitgliedern des Vorbereitungsteams koordiniert werden: • Historische (und aktuelle) Grenzen in Europa (Koordination: Hoffmann) • Grenzfall: Der Sprachenstreit in Belgien (Koordination: Janssen) • Medien regionaler Identität (Presse, Film, Theater u. a.) (Koordination: Flegel) • Erinnerungskultur der Weltkriege (Koordination: Budrass) • Ostbelgien als realisierte Utopie der Zusammenarbeit (Koordination: Janssen) Alle Studierenden sind gebeten, sich mindestens für zwei der thematischen Felder zu melden. Pro Block sollten 3 bis höchstens 6 Studierende kooperieren. Die Verteilung erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen (per E-Mail). Die Themenfelder bestimmen die Arbeit in der Vorbereitungsphase und im Blockseminar. Die Studierenden informieren sich auf der Basis des Moodle-Angebots zu den Themenfeldern und erarbeiten einzelne Fragestellungen oder kurze Referate für das Blockseminar individuell und / oder in digitaler Beratung mit dem Team. Teil 2: Die Exkursion startet in Aachen. Der erste Tag ist vor allem den Themenfeldern Sprachenstreit und Erinnerungskultur gewidmet, wobei die Studierenden stichpunktartig in eigenen Beiträgen die jeweiligen Besuchspunkte kommentieren und in lernender Erarbeitung für sich erschließen. Ein etwas längerer Aufenthalt ist in Maastricht geplant (Begegnung mit einem Experten für Stadt und Region und / oder an der Universität bzw. einem regionalen Forschungsarchiv). Im früheren „Vierländereck“ rund um das 90 Jahre lang bestehende Gebiet Neutral Moresnet ( heute Vaals) sehen wir u. a. Château Neercanne, an der bel-gisch-niederländischen Grenze, wo 1991 der Vertrag von Maastricht ausgehandelt wurde. Wir widmen uns Voeren/Fourons, dessen Sprachenkonflikt ganz Belgien erschütterten. Die Spuren der Weltkriege in der Region werden u. a. auf dem US-amerikanischen Memorial Margraten sichtbar gemacht, wo Trump vor kurzem versuchte, Gedenktafeln für schwarze Gefallene der US-Army entfernen zu lassen – was niederländischen Protest provozierte. Der zweite Tag stellt Ostbelgien in den Mittelpunkt. Eupen wird mit dem öffentlichen Nahverkehr (grenzüberschreitende Buslinie ab Aachen) erreicht. Vorgesehen sind u. a. Besuche bei der Lokalpresse („GrenzEcho“), bei Einrichtungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie bei der Euregio-Verwaltung. Am späten Nachmittag erfolgt die Rück-fahrt nach Aachen und die individuelle Heimfahrt. Beide Tage sollen möglichst vielschichtige Erfahrungen und Begegnungen ermöglichen, aber auch im Sinne des „Spatial turn“ im Raum die Zeit erfahren lassen, also zu einer topografisch-historischen und politisch-medialen Erkundung einladen – eine Region fast vor unserer Haustür, die Europa im Mikrokosmos veranschaulicht. In einer Nachbesprechung stellen die Studierenden ihre Erfahrungen und Eindrücke vor und ausgewählte Beispiele der Abschlussarbeiten werden präsentiert und diskutiert. |
| Lernziele | Das Modul praktiziert Interdisziplinarität in der Lehre mit einem Team aus vier Fachbereichen (Geschichts-, Kultur-, Medien- und Politikwissenschaft). Entsprechend will es vielfältige Impulse für fachübergreifende Arbeit vermitteln, ermutigt also ausdrücklich zur Interdisziplinarität. Es eröffnet an einem kleinen Beispiel große Zusammenhänge über das Gegenwartsthema Grenze, vermittelt dabei gegenwartsbezogenes wie historisches und politisch-kulturelles Wissen für Europa, vor allem im 20. und 21. Jahrhundert und lädt zur Übertragung regionaler auf überregionale Befunde ein (und umgekehrt). Darstellungskompetenz wird in unterschiedlichen mündlichen (z. B. präsentierenden, referierenden und debattierenden) Formaten sowie mit einer schriftlichen Hausarbeitung geübt und vermittelt. Mut und Bereitschaft zu Diskurs und Debatte sind vorausgesetzt, werden aber auch systematisch ermöglicht und gefördert, vor allem in der interkulturellen Atmosphäre einer Grenzregion mitten in Europa. |