Modul: Wie hältst Du´s mit dem Leid der Welt? (Enxing/Thüne)

Modulname Wie hältst Du´s mit dem Leid der Welt? (Enxing/Thüne)
Gebiet Gebiet 4
Profil Profil Freie Studien
CPs 5 CP
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Voraussetzungen keine Studierende der Katholischen Theologie können nicht am Optionalbereichsmodul teilnehmen
Besonderheiten
Blockseminar Nein
Vorkenntnisse
Veranstaltungszeit Donnerstag 14:00 - 16:00, Donnerstag 18:00 - 20:00
Dozenten Johannes Thüne, Julia Enxing
Arbeitsaufwand 90 h Eigenarbeitszeit und 60 h Präsenzzeit.
Literatur • Caputo, John D., Die Torheit Gottes. Eine radikale Theologie des Unbedingten, Ostfildern 2022. • Enxing, Julia: Prozesstheologie. Eine Einführung, Baden-Baden 2026. • Papst Franziskus, Evangelii gaudium. Über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute, Rom 2013. • Papst Franziskus, Laudato si’. Über die Sorge für das gemeinsame Haus, Rom 2015. • Gmainer-Pranzl, Franz: »An die Ränder gehen …«. Zu einigen ignatianischen Motiven der Kirchenreform von Papst Franziskus, in: ZKTh 140 (2018), 282–297. • Klein, Rebekka/Rass, Friederike (Hg.), Gottes schwache Macht. Alternativen zur Rede von Gottes Allmacht und Ohnmacht, Leipzig 2017. • Krannich, Laura-Christin/Reichel, Hanna/Evers, Dirk (Hg.), Menschenbilder und Gottes-bilder. Geschlecht in theologischer Reflexion, Leipzig 2019. • Papst Leo XIV., Dilexi te. Über die Liebe zu den Armen, Rom 2025. • Liesendahl, Jason. Gott kann auch nicht alles. Einführung in die Prozesstheologie, Trier 2024. • Loichinger, Alexander/Kreiner, Armin, Theodizee in den Weltreligionen, Paderborn 2010. • Oord, Thomas Jay, God Can't: How to Believe in God and Love after Tragedy, Abuse, and Other Evils, Sacra Sage Press 2019. • Oord, Thomas Jay, The Uncontrolling Love of God: An Open and Relational Providence, Downers Grove 2015. • Polak, Regina, Migration als Ort der Theologie, in: Tobias Keßler (Hg.): Migration als Ort der Theologie [Weltkirche und Mission, Bd. 4], Regensburg 2014 87–114. • Polak, Regina/Jäggle, Martin, Gegenwart als locus theologicus. Für eine migrationssensible Theologie im Anschluss an Gaudium et spes, in: Jan-Heiner Tück (Hg.): Erinnerung an die Zukunft. Das Zweite Vatikanische Konzil, Freiburg i. Br. 2012, 570–598. • Pittl, Sebastian, Die geschichtliche Wirklichkeit der Armen als Ort der Theologie (Überlegungen zum hermeneutischen Ort der Theologie der Befreiung am Beispiel Ignacio Ellacurías), Wien 2010 [zugl. Diplomarbeit]. • Pittl, Sebastian, Lampedusa als Ort der Theologie. Eine topologische Interpretation des Pontifikats Papst Franziskus’, in: Jorge Gallegos Sánchez/Markus Luber (Hg.): Eine Arme Kirche für die Armen. Theologische Bedeutung und praktische Konsequenzen [Weltkirche und Mission, Bd. 6], Regensburg 2015, 141–166. • Sölle, Dorothee, Gott denken. Einführung in die Theologie, in: Baltz-Otto, Ursula/ Stef-fensky, Fulbert (Hg.), Gesammelte Werke Bd. 9, Freiburg i. Brsg. 2023. • Stosch, Klaus von, Theodizee, Paderborn 22018. • Weidner, Veronika, Säkularisierung als locus theologicus, in: Jörg Ernesti/Martin M. Lintner/Markus Moling (Hg.): Mehrwert des Glaubens? Christsein heute / Fede come valore aggiunto? Essere christiani oggi [Brixner Theologisches Jahrbuch, Bd. 15], Innsbruck / Brixen 2025, 233–249.
Modulteil [020086] An die Ränder gehen. Gegenwartssensible Orte der Theologie - WS 26/27, [020080] Kann G*tt das nicht oder wll G*tt das nicht? - WS 26/27
Modultyp
Modulanbieter Katholisch-Theologische Fakultät
Inhalt Teil 1: Kann G*tt das nicht oder will G*tt das nicht? (Vorlesung), WS 26/27 Teil 2: An die Ränder gehen. Gegenwartssensible Orte der Theologie (Seminar), WS 26/27 In den beiden Veranstaltungen des Moduls wenden wir uns theologischen Positionen – bspw. aus prozess- und befreiungstheologischen Perspektiven – zum Umgang G*ttes sowie der Menschen mit Leid in der Welt zu und thematisieren verschiedene Positionierungen zur Theodizee-Problematik. Bearbeitete Fragen lauten: Was bedeutet ‚Allmacht‘ G*ttes (kosmische Power; relationale Macht g*ttlicher Liebe)? Wie lässt sich nach der Shoa noch Theologie betreiben? Was erfordern die extremen Formen von Leid in der heutigen Welt von christlicher Theologie? Welche Bedeutung kommt dem ‚mit-leiden‘, der ‚com-passion‘ zu? Die Theologie des verstorbenen Papst Franziskus, die im Seminar behandelt werden wird, war geprägt davon ‚an die Ränder zu gehen‘, Leid sinnlich wahrzunehmen, sich nicht abzuwenden, sondern den Ort von Kirche genau dort zu sehen: bei den Armen und Marginalisierten. Beide Veranstaltungen fordern dazu auf, sich und die eigene Theologie vom Leid in der Welt wirklich anfragen zu lassen und sich eine eigene begründete leidsensible theologische Positionierung zu erarbeiten. Inhaltliche Beschreibung Teil 1: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen. Den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Wir bekennen diesen Glauben im Credo. Und dabei ist genau solch ein G*ttesbild angesichts unseres Erlebens der Wirklichkeit, des Miteinanders, der politischen und klimatischen Großwetterlage durchaus erklär- und rechtfertigungsbedürftig. Was kann es heißen, zeitgemäß (und dabei nicht traditionsvergessen) von G*tt zu sprechen, an G*tt zu Glauben und G*tt zu denken? Wie können G*ttes Präsenz und Wirken in der Welt gedacht werden? Ergeben (Bitt-)Gebete überhaupt Sinn? Und wie verhält es sich mit den klassischen G*ttesattributen der Allmacht, der Allwissenheit und der Güte? In der Vorlesung sollen klassische Theologien und Theodizeen mit neueren Ansätzen konfrontiert und weitergedacht werden. Gedanken wie jene einer schwachen Macht, einer Compassion G*ttes und einer legitimen Vielfalt unserer Theologien sollen in aller Offenheit, Neugier und Kritikbereitschaft vorgestellt, diskutiert und weitergedacht werden. Ziel der Vorlesung ist es mitunter, sich in seinem eigenen G*tt-Denken anregen und herausfordern zu lassen sowie die eigene Sprachfähigkeit einer vernunftgeleiteten und diskursfähigen G*ttesrede angesichts von Leid, Katastrophen und multipler persönlicher wie gesamt-gesellschaftlicher sowie schöpfungstheologischer Krisen und Umbrüche zu vertiefen. Inhaltliche Beschreibung Teil 2 : „Sie [die Kirche] ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und an die Ränder zu gehen. Nicht nur an die geografischen Ränder, sondern an die Grenzen der menschlichen Existenz: die des Mysteriums der Sünde, die des Schmerzes, die der Ungerechtigkeit, die der Ignoranz, die der fehlenden religiösen Praxis, die des Denkens, die jeglichen Elends.“ Entnommen ist dieses Zitat der Rede Kardinal Bergoglios aus dem Vorkonklave im Jahr 2013 – kurze Zeit später wählten ihn die Kardinäle zum Papst und er nahm den Namen Franziskus an. Auch sein Namenspatron, der ‚poverello‘ Francesco d’Assisi, ging an die Ränder: Nach einer Begegnung mit einem Aussätzigen änderte er sein Leben und inspirierte mit seiner Lebensweise der Christusnachfolge in radikaler Armut unzählige Menschen bis heute. Wer sind heute die Aussätzigen? Diejenigen, die keine Stimme haben? Die untergehen in den Gesellschaften des 21. Jahrhunderts? Im Seminar fragen wir nach gegenwartssensiblen Orten der Theologie und begeben uns hierfür u.a. auf die Spuren von Papst Franziskus, der immer wieder Armut, Migration, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung thematisierte, sowie der Theologie der Befreiung, als deren Ursprung die Brüder Leonardo und Clodovis Boff die Wahrnehmung skandalöser Realitäten und das Mit-Leiden bezeichnen.
Lernziele Einübung leid- sowie gegenwartssensibel (und dabei nicht traditionsvergessen) G*tt sowie Theologie zu denken; s. Modulbeschreibung