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Teil 1: Das Ende der Welt (Philosophische Eschatologie) (Vorlesung), Teil 2: Existenzielle Risiken und die Zukunft der Menschheit (Seminar) Das Universum, die Menschheit, jedes Leben wird unvermeidlich enden. Oder nicht? Falls unsere Spezies irgendwann unterginge, wäre das eine gute, schlechte oder gleichgültige Sache? Ist es für uns geboten, den Fortbestand der Menschheit lange über unseren eigenen Tod hinaus zu sichern? Falls ja, was sollten wir tun? Welche existenziellen Risiken bedrohen die menschliche Zivilisation? Was unser individuelles Dasein angeht: Sollten wir auf ein ewiges Leben hoffen? Wie könnte ein solches Leben beschaffen sein, ohne zu einer entsetzlichen und öden Qual zu werden? Ist nicht dem englischen Dichter Swinburne zuzustimmen, wenn er schreibt: “From too much love of living, // From hope and fear set free, // We thank with brief thanksgiving // Whatever gods may be // That no life lives for ever; // That dead men rise up never; / That even the weariest river // Winds somewhere safe to sea?” Bei der Diskussion dieser faszinierenden, zwar manchmal deprimierenden, aber auch intellektuell sehr unterhaltsamen Fragen werden wir eine Vielzahl an Themen streifen: den Wärmetod des Universums, die Zukunft der Raumfahrt, die Logik nuklearer Abschreckung, Gefahren von Biolaboren und KI-Forschung, die Beschaffenheit von Himmel und Hölle, den Sinn des Lebens, die tatsächliche oder vermeintliche Unsterblichkeit der Seele usw. Inhaltliche Beschreibung Teil 1: Die Vorlesung beschäftigt sich mit philosophischen Problemen, die den Untergang der physischen Welt und/oder der menschlichen Spezies betreffen. Haben das Universum und die Zeit ein Ende? Falls ja, was genau heißt „Ende“? Wird die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft aussterben? Was sind die größten Gefahren? Worauf lassen sich Aussagen über die zukünftige Geschichte der Menschheit gründen? Verfügt die Zukunftsforschung über verlässliche Methoden? Sollte die Menschheit in interstellare Raumfahrt investieren, um den unvermeidlichen Untergang des Sonnensystems zu überdauern? Gibt es überhaupt eine moralische Pflicht, das Aussterben des homo sapiens zu verhindern/zu verzögern? Wäre unser (baldiges) Verschwinden vielleicht sogar begrüßenswert? Für Menschen, die an eine Fortexistenz nach dem Tod glauben, stellen sich weitere Fragen: Wie würde ein moralisch vollkommener Gott das Jenseits einrichten? In welcher Form existieren wir weiter? Als reiner Geist oder mit Körper? Bleiben wir frei und selbstbestimmt? Gibt es eine Endzeit, Jüngstes Gericht, Himmel, Hölle, Fegefeuer, Nirwana? Was genau sollte man sich unter diesen Dingen vorstellen? Kommt es zu einer eschatologischen Versöhnung aller Geschöpfe? Falls ja, erforderte das nicht, dass Opfer ihren Peinigern vergeben? Kann man das von ihnen verlangen? Falls nein, sind manche Menschen bis in alle Ewigkeit dazu verdammt, im „Höllenfeuer“ zu schmoren? Ist selbst für etwaige Himmelsbewohner ein ewiges Leben überhaupt erstrebenswert? Führt eine unendlich lange währende Existenz nicht zu unerträglicher Langeweile?. Inhaltliche Beschreibung Teil 2 : Das Seminar blickt auf drei der derzeit wohl größten Risiken für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation: a) die Möglichkeit eines atomaren Weltkriegs und des Versagens der Logik nuklearer Abschreckung; b) die Gefahr von (im Labor erzeugter) Pandemien mit extrem hoher Letalität; c) die mögliche Machtübernahme durch eine künstliche allgemeine Superintelligenz. Wir werden uns auch mit dem sog. Doomsday-Argument befassen: Im Lichte der Bevölkerungsexplosion auf der Erde und eingedenk der Tatsache, dass unsere eigene historische Position in der Reihe menschlicher Geburten vermutlich nicht besonders früh oder spät zu verorten ist, sollten wir, so meinen einige Autoren, das baldige Ende der Menschheit erwarten und insbesondere gegenüber Prognosen skeptisch sein, die der Menschheit eine strahlende Zukunft (über das Sonnensystem hinaus) prophezeien. Schließlich werden wir auch grundlegende ethische Fragen erörtern. Sind wir überhaupt verpflichtet, das Überleben unserer Spezies über unsere eigene Lebenszeit hinaus sicherzustellen? Falls ja, warum? Und was folgte daraus praktisch? Sollten wir z.B. mehr in interplanetare und -stellare Raumfahrt und in atom- und biowaffensichere Bunker etc. investieren, und dafür an anderer Stelle (z.B. der Armutsbekämpfung) sparen? Oder ist es vielleicht sogar umgekehrt, wie die sog. Antinatalisten meinen, ein ethisches Gebot, die Menschheit in geordneter Weise ihrem Untergang entgegenzuführen, angesichts des Leids, das wir einander und der übrigen Natur zufügen? |